Nielsen: Deutschland | Verbrauchervertrauen weiterhin auf hohem Niveau

Verbrauchervertrauen weiterhin auf hohem Niveau

Medienkontakt: Marie-Luise Sebralla; marie-luise.sebralla@nielsen.com; Tel.: 069 / 7938-630

+  Trotz leichtem Rückgang bleibt Vertrauen in Deutschland weiterhin hoch

+  Schuldenabbau oberste Priorität der Verbraucher

+  Sorge um wirtschaftliche Lage rückt wieder in Vordergrund

Während das Vertrauen der Verbraucher weltweit und auch in Deutschland fast stabil ist, zeigen die wirtschaftlichen Entwicklungen doch Wirkung auf die Einschätzung der Konsumenten. Die Sorge um die wirtschaftliche Lage und steigende Wohnnebenkosten rückt wieder in den Vordergrund. Das belegt eine internationale Online-Umfrage, bei der Nielsen im Zeitraum August/September 2011 rund 28.000 Internetnutzer aus mehr als 50 Ländern – darunter 500 aus Deutschland – befragte.

Das Verbrauchervertrauen in Deutschland war im dritten Quartal erneut leicht rückläufig (von 88 auf 87 Punkte), befindet sich im Langzeittrend aber weiterhin auf hohem Niveau. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit im oberen Drittel, und die gesamte DACH-Region trotz des aktuellen deutlichen Rückganges in der Schweiz deutlich über dem europäischen Durchschnitt (siehe Abb. 1). Weltweit ist das Vertrauen um einen Punkt gesunken. Das stärkste Vertrauen weltweit haben die Konsumenten in Indien (121 Punkte), in Europa in Norwegen (101 Punkte). Das geringste Vertrauen zeigen die Befragten in Portugal (40 Punkte) und Ungarn (47 Punkte). Dazu Petra Kacnik, Director Consumer Research Nielsen DACH: „Speziell der stabile Arbeitsmarkt in Deutschland führt zu guten finanziellen Aussichten und damit zu einem sehr stabilen Verbrauchervertrauen.“

 Ähnlich stabil wie der Arbeitsmarkt in Deutschland zeigt sich die Einschätzung der Berufsaussichten. Obwohl die finanziellen Perspektiven und die Anschaffungsneigung leicht zurückgingen, kann man hier von einer sehr robusten Situation sprechen (siehe Abb. 2).

Schuldenabbau oberste Priorität der Verbraucher

Im Zusammenhang mit einer etwas schwächeren Anschaffungsneigung stehen Veränderungen beim Konsum. Geld, das nach Deckung der Lebenshaltungskosten übrig bleibt, verwenden die Konsumenten in Deutschland nach eigenen Angaben nun primär für die Abzahlung von Schulden (35% Nennungen). An zweiter Stelle folgen Ausgaben für neue Kleidung und Freizeitaktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände (jeweils 33%, siehe Abb. 3). Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt verwenden relativ viele deutsche Konsumenten ihr Geld für den Abbau von Schulden sowie für die Altersvorsorge während Spareinlagen einen relativ geringeren Stellenwert haben, der zudem im Vergleich zum letzten Quartal auch noch gesunken ist.

 Wachsende Sorge um wirtschaftliche Lage

Obgleich das Vertrauen der Konsumenten in Deutschland auf einem hohen Niveau bleibt, scheint die Eurokrise Wirkung zu zeigen. Zwar sind steigende Wohnnebenkosten nach wie vor die größte Sorge der Verbraucher in Deutschland, die Sorge um die wirtschaftliche Lage hat jedoch wieder aufgeholt und liegt an zweiter Stelle (im Quartal 2/2011 an fünfter Stelle). Auch wegen steigender Lebensmittel- (22%) und Spritpreise (18%) sorgen sich die deutschen Konsumenten, während die Angst um den Arbeitsplatz dagegen parallel zur positiven Arbeitsmarktlage in Deutschland keine so große Rolle spielt (11%, siehe Abb. 4).

 Lebensmittel weiterhin stärkstes Sparpotenzial

Lebensmittel werden weiter als Sparpotenzial angesehen. Der Kauf günstigerer Lebensmittel und Reduzierungen bei den Einkäufen von Take-Away Mahlzeiten sind die beliebtesten Sparmaßnahmen, um trotz Krise im Budget zu bleiben. Offenbar sind auch mögliche Einsparungen bei Telefonkosten in das Blickfeld der Verbraucher gerückt, denn hier gab es mit neun Prozentpunkten die stärkste Zunahme im Vergleich zum Vorquartal (siehe Abb. 5).

 Über die Nielsen Global Online Survey

Die Nielsen Global Online Survey wurde zwischen dem 31. August und 16. September 2011 durchgeführt. Dabei wurden mehr als 28.000 Verbraucher in 56 Ländern in Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, dem Mittleren Osten, Afrika und Nordamerika befragt. Die Stichprobe ist nach Alter und Geschlecht für jedes Land basierend auf den jeweiligen Internetnutzern quotiert und gewichtet. Sie repräsentiert damit die Internetnutzer des Landes und hat eine maximale Abweichung von ±0.6%. Diese Nielsen Onlineumfrage basiert ausschließlich auf dem Verhalten von Befragten mit Internetzugang. Die Internetverbreitung variiert je nach Land. Damit ein Land in die Umfrage aufgenommen wird, setzt Nielsen voraus, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung oder 10 Millionen Menschen in einem Land Internetzugang haben.

 Über Nielsen

Nielsen Holdings N.V. (NYSE: NLSN) ist ein globales Informations- und Medienunternehmen mit führenden Marktpositionen in den Bereichen Marketing- und Verbraucherinformationen, Erhebung von Mediadaten in TV, Online, Mobile und anderen Medien, Fachmessen sowie weiteren verwandten Bereichen. Das Unternehmen ist in mehr als 100 Ländern präsent mit Hauptsitzen in New York, USA und Diemen, Niederlande. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.nielsen.com/de.

* Nielsen Global Online Consumer Confidence October 2011.pdf
Consumer Confidence Q3-2011 - Global Report
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